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Europawahl 2024 — Das Ergebnis im Detail

Key-Facts Europawahl 2024

  • Datum: 6.–9. Juni 2024
  • Sitze: 720 (zuvor 705)
  • Wahlbeteiligung EU: 51,0 %
  • Wahlbeteiligung DE: 64,8 %
  • Größter Gewinner: EKR (+16 Sitze)
  • Größter Verlierer: Renew (−25 Sitze)
  • Neugründung: Patrioten für Europa (PfE) mit 86 Sitzen

Die Europawahl 2024 war die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament und markierte einen politischen Rechtsruck in vielen EU-Ländern. Die Wahl fand vom 6. bis 9. Juni 2024 statt, wobei die meisten Länder am 9. Juni wählten. Erstmals wurden 720 statt 705 Sitze vergeben. In Deutschland durften zum ersten Mal 16-Jährige ihre Stimme abgeben.

Das prägende Ergebnis: Die konservativen und rechten Kräfte gewannen, während Grüne und Liberale deutlich verloren. Die EVP unter Manfred Weber festigte ihre Rolle als Anker der europäischen Mitte. Im Juli 2024 gründeten mehrere rechtspopulistische Parteien die neue Fraktion „Patrioten für Europa“ (PfE), die sofort zur drittsärksten Kraft aufstieg.

Sitzverteilung 2024

EVP (188) S&D (136) PfE (86) EKR (78) Renew (77) ID (58) Grüne/EFA (53) Die Linke (46) Fraktionslos (33)

Vergleich 2024 vs. 2019

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen gegenueber der Europawahl 2019. Beachten Sie, dass 2019 nur 705 Sitze vergeben wurden und die PfE-Fraktion erst 2024 gegründet wurde.

FraktionSitze 2024Anteil 2024Sitze 2019+/−Bewertung
EVP 188 26.1 % 182 +6 Leichter Gewinn
S&D 136 18.9 % 147 -11 Verlust
PfE 86 11.9 % neu Neugründung
EKR 78 10.8 % 62 +16 Deutlicher Gewinn
Renew 77 10.7 % 102 -25 Starker Verlust
ID 58 8.1 % 76 -18 Starker Verlust
Grüne/EFA 53 7.4 % 74 -21 Starker Verlust
Die Linke 46 6.4 % 37 +9 Leichter Gewinn
Fraktionslos 33 4.6 % 25 +8 Leichter Gewinn

Gewinner der Europawahl 2024

EKR (+16 Sitze): Der stärkste Zugewinn unter den bestehenden Fraktionen. Fratelli d’Italia von Giorgia Meloni wurde stärkste EKR-Partei. PiS aus Polen und VOX aus Spanien trugen ebenfalls zum Wachstum bei.

PfE (86 Sitze, neu): Die im Juli 2024 gegründete Fraktion „Patrioten für Europa“ vereinte sofort Rassemblement National (Frankreich), Fidesz (Ungarn), AfD (Deutschland) und weitere Parteien zur drittsärksten Kraft.

EVP (+6 Sitze): Die Christdemokraten bauten ihre Spitzenposition aus. CDU/CSU war mit 30,0 % stärkste Partei in Deutschland.

Verlierer der Europawahl 2024

Renew (−25 Sitze): Der größte Verlust aller Fraktionen. Macrons Renaissance litt unter innenpolitischen Problemen, die FDP in Deutschland fiel unter 5 %.

Grüne/EFA (−21 Sitze): Nach dem „Green Wave“ von 2019 folgte 2024 die Ernüchterung. Der Klimaschutz war nicht mehr das dominierende Thema, Migration und Sicherheit drängten in den Vordergrund.

ID (−18 Sitze): Verluste vor allem durch Abspaltung zur PfE-Fraktion. Rassemblement National und andere große Parteien wechselten zur Neugründung.

Ergebnis in Deutschland

In Deutschland war die Europawahl 2024 auch ein Stimmungstest für die Ampel-Koalition. Die Wahlbeteiligung lag mit 64,8 % deutlich über dem EU-Durchschnitt. Erstmals durften 16- und 17-Jährige wählen.

ParteiErgebnis 2024Ergebnis 2019+/−Sitze
CDU/CSU30,0 %28,9 %+1,129
AfD15,9 %11,0 %+4,915
SPD13,9 %15,8 %−1,914
Grüne11,9 %20,5 %−8,612
BSW6,2 %neu6
FDP5,2 %5,4 %−0,25
Die Linke2,7 %5,5 %−2,83
Sonstige14,2 %12,9 %+1,312

Quelle: Bundeswahlleiter. Bei der Europawahl in Deutschland gibt es keine 5-%-Hürde.

Historische Entwicklung der Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung bei Europawahlen war jahrzehntelang rückläufig, bevor sie 2019 erstmals wieder stieg:

JahrBeteiligung EUBeteiligung DESitze
197961,99 %65,73 %410
198458,98 %56,76 %434
198958,41 %62,28 %518
199456,67 %60,02 %567
199949,51 %45,19 %626
200445,47 %43,00 %732
200942,97 %43,27 %736
201442,61 %48,10 %751
201950,66 %61,38 %705
202451,0 %64,8 %720

2024: EP-Wahl – Rechtsruck, SPD-Kollaps und Macron-Schock in einer Nacht

Am 9. Juni 2024 endete die Europawahl mit drei parallelen politischen Erdbeben. In Deutschland: SPD 13,9 Prozent (schlechtestes EP-Ergebnis der Geschichte), CDU/CSU 30,0 Prozent, AfD 15,9 Prozent. In Frankreich: RN 31,4 Prozent, Macron-Liste 14,6 Prozent. Macron loeste sofort die Nationalversammlung auf. In Oesterreich: FPOe 26,0 Prozent (Platz 1). EU-weit verlor das Pro-EU-Lager seine komfortable Mehrheit: EVP+SD+Renew = 399 von 720 Sitzen, knapp unter Mehrheit. Die Wahl machte Rechtsaussen-Gruppen zum drittstaerksten Block. Ursula von der Leyen wurde trotzdem wiedergewaehlt: SD und Gruene stimmten mit, um Meloni und Co. herauszuhalten.

Häufige Fragen

Wer hat die Europawahl 2024 gewonnen?

Die EVP (Europäische Volkspartei) blieb mit 188 Sitzen stärkste Fraktion. In Deutschland war die CDU/CSU mit 30,0 % stärkste Partei.

Was sind die Patrioten für Europa?

Die PfE ist eine im Juli 2024 neu gegründete Fraktion im EU-Parlament. Sie vereint rechtspopulistische und nationalkonservative Parteien wie RN (Frankreich), Fidesz (Ungarn) und AfD (Deutschland). Mit 86 Sitzen ist sie drittsärkste Kraft.

Gibt es eine Sperrklausel bei der Europawahl?

In Deutschland gibt es keine Sperrklausel (5-%-Hürde) bei der Europawahl. In einigen anderen EU-Ländern gelten nationale Sperrklauseln zwischen 3 und 5 %.

Warum durften 16-Jährige wählen?

Der Bundestag senkte 2023 das Wahlalter für die Europawahl in Deutschland auf 16 Jahre. Damit konnten rund 1,4 Millionen Jungwähler erstmals an einer EU-Wahl teilnehmen.

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Putin kündigt Feuerpause zum orthodoxen Osterfest anFAZ Politik Liveblog USA unter TrumP: Melania Trump weist Verbindung zu Epstein zurückWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinFAZ Politik Waffenstillstand: Ist China der Sieger des Irankrieges?Welt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Welt Politik „Situation wie vorher, nur mit einer besseren Position für Iran“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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