STRG_F: Abgetauchte Ex-Terroristen — Wie lebt man im Untergrund?
Key-Facts: STRG_F RAF-Reportage
- Veröffentlicht: 22. Mai 2018 (Evergreen)
- Thema: Letzte untergetauchte RAF-Mitglieder, Leben im Untergrund
- Aktuell: Daniela Klette 2024 gefasst, Garweg und Staub noch flüchtig
- Politische Relevanz: Linksextremismus, Strafverfolgung, historische Aufarbeitung
Die Rote Armee Fraktion (RAF) löste sich 1998 offiziell auf. Doch einige ihrer letzten Mitglieder sind bis heute nicht gefasst — oder waren es lange nicht. STRG_F hatte die Geschichte der abgetauchten Ex-Terroristen bereits 2018 aufgegriffen. Im März 2024 wurde Daniela Klette nach Jahrzehnten im Untergrund in Berlin verhaftet — und das Video bekam damit plötzlich neue Aktualität.
Was war die RAF?
Die Rote Armee Fraktion war von 1970 bis zu ihrer Selbstauflösung 1998 die bedeutendste linksextreme Terrorgruppe in der Bundesrepublik Deutschland. Sie verübte Morde, Entführungen und Bombenanschläge — bekannte Opfer: Generalbundesanwalt Siegfried Buback (1977), Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto (1977), Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer (1977), der im "Deutschen Herbst" entführt und ermordet wurde. Die RAF tötete insgesamt 34 Menschen.
Daniela Klette: Verhaftung nach Jahrzehnten
Daniela Klette war seit 1990 auf der Fahndungsliste. Im März 2024 wurde sie in Berlin-Prenzlauer Berg verhaftet — nach 33 Jahren im Untergrund. Laut Ermittlungen soll sie sich durch Räuberübfälle finanziert haben, lebte aber unter falscher Identität. Zwei weitere Gesuchte — Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub — sind Stand 2026 weiterhin flüchtig.
Warum ist die Aufarbeitung bis heute politisch heiß?
Die RAF hatte ideologische Verbindungen zur Studentenbewegung, die auch die Geschichte der Grünen und Teile der SPD beeinflusst hat. Fragen nach Unterstützern, Sympathisanten und dem Umgang mit ehemaligen RAF-Mitgliedern, die ihre Strafe verbüßt haben, sind politisch sensibel. Die CDU/CSU nutzt das Thema als Beleg für eine linke Gewalthistorie. Die SPD und Grüne betonen die Notwendigkeit eines differenzierten historischen Blicks.
Häufige Fragen
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Was war die RAF?
Die Rote Armee Fraktion war eine linksextreme Terrorgruppe (1970–1998) in Deutschland. Sie verübte Morde, Entführungen und Anschläge — insgesamt 34 Todesopfer, darunter Buback, Ponto und Schleyer.
Gibt es noch untergetauchte RAF-Mitglieder?
Daniela Klette wurde 2024 nach 33 Jahren verhaftet. Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub sind Stand 2026 weiter flüchtig.
Warum ist die RAF-Debatte politisch noch heute relevant?
Weil die ideologischen Verbindungen zur Studentenbewegung und die Frage nach Mitverantwortung und Aufarbeitung die Parteiengeschichte berühren — und weil aktive Fahndungen zeigen, dass das Thema juristisch nicht abgeschlossen ist.