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Olaf Scholz – Ehemaliger Bundeskanzler und Abgeordneter im Deutschen Bundestag (SPD)

Olaf Scholz – Ehemaliger Bundeskanzler und Abgeordneter im Bundestag

Steckbrief: Olaf Scholz

Olaf Scholz gehört zu den erfahrensten Politikern im Deutschen Bundestag. Von Dezember 2021 bis Februar 2025 war er der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Scheitern der Ampelkoalition und der verlorenen Bundestagswahl 2025 sitzt er als einfacher Abgeordneter der SPD im 21. Bundestag. Die SPD trat als Juniorpartner in eine Große Koalition mit der CDU/CSU ein. Seine politische Karriere umspannt mehr als vier Jahrzehnte und nahezu jede Ebene der deutschen Politik.

Werdegang: Vom Juristen zum Berufspolitiker

Olaf Scholz wurde 1958 in Osnabrück geboren und wuchs in Hamburg auf. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Rechtsanwalt, bevor er sich ganz der Politik widmete. Bereits 1975, im Alter von 17 Jahren, trat er in die SPD ein. In den 1980er Jahren engagierte er sich bei den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, und übernahm dort zeitweise den Bundesvorsitz.

Sein Weg durch die politischen Institutionen war bemerkenswert breit gefächert. Als Hamburger Innensenator verantwortete er die Sicherheitspolitik der Hansestadt. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel diente er als Bundesminister für Arbeit und Soziales in der Großen Koalition. Von 2011 bis 2018 war er Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg – ein Amt, das in Hamburg dem eines Ministerpräsidenten entspricht. In diese Zeit fiel auch der umstrittene G20-Gipfel 2017 in Hamburg.

Vom Finanzminister zum Kanzler

2018 übernahm Scholz das Amt des Bundesfinanzministers und Vizekanzlers in der erneuten Großen Koalition unter Angela Merkel. In dieser Rolle prägte er die Finanzpolitik während der Corona-Pandemie und setzte sich für umfangreiche Rettungspakete ein. Als Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2021 gelang ihm ein überraschender Wahlsieg: Die SPD holte mit 25,7 Prozent den ersten Platz, obwohl sie in Umfragen lange weit zurückgelegen hatte.

Am 8. Dezember 2021 wurde Olaf Scholz zum Bundeskanzler gewählt. Er führte eine sogenannte Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP – die erste Dreierkoalition auf Bundesebene seit Jahrzehnten. Von Beginn an stand dieses Bündnis vor erheblichen Herausforderungen: dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Energiekrise und einer wirtschaftlichen Abkühlung.

Gespräche im Bundestag – politischer Alltag zwischen Plenum und Fraktionssitzungen
Politischer Alltag im Bundestag: Gespräche zwischen Plenum und Fraktionssitzungen.

Kanzlerschaft 2021–2025: Zeitenwende und Ampel-Ende

Die Kanzlerschaft von Olaf Scholz war geprägt von Krisen und historischen Entscheidungen. Wenige Monate nach Amtsantritt hielt er im Februar 2022 seine berühmte «Zeitenwende»-Rede im Bundestag, in der er als Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr ankündigte. Der Begriff «Zeitenwende» wurde daraufhin international rezipiert und zum Wort des Jahres gewählt.

Weitere prägende Maßnahmen seiner Regierungszeit waren der «Doppelwumms» – ein 200 Milliarden Euro umfassendes Entlastungspaket gegen die Energiekrise – sowie die Einführung des Bürgergeldes und die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Gleichzeitig litt die Regierung unter öffentlich ausgetragenen Konflikten zwischen den drei Koalitionspartnern, insbesondere in der Haushalts- und Wirtschaftspolitik.

Im November 2024 zerbrach die Ampelkoalition endgültig. Scholz entließ Finanzminister Christian Lindner (FDP) wegen unlösbarer Differenzen in der Haushaltspolitik. Die FDP verließ daraufhin die Koalition. Scholz stellte die Vertrauensfrage im Bundestag, verlor sie erwartungsgemäß und ebnete damit den Weg für vorgezogene Neuwahlen im Februar 2025.

Bundestagswahl 2025 und Große Koalition

Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erlitt die SPD mit Olaf Scholz als Kanzlerkandidat eine deutliche Niederlage. Die Partei kam auf rund 16,4 Prozent der Zweitstimmen – eines der schlechtesten Ergebnisse in der SPD-Geschichte. Die CDU/CSU unter Friedrich Merz gewann die Wahl, und Merz wurde zum neuen Bundeskanzler gewählt. Scholz gewann zwar sein Direktmandat im Wahlkreis 61, doch die Kanzlerschaft war verloren.

Die SPD entschied sich anschließend für den Eintritt in eine Große Koalition mit der CDU/CSU als Juniorpartner. Olaf Scholz sitzt seitdem als einfacher Abgeordneter der SPD-Fraktion im 21. Bundestag. In der öffentlichen Wahrnehmung ist er weiterhin mit den Begriffen «Scholzomat» – ein Spitzname für seinen betont sachlichen, manchmal formelhaften Kommunikationsstil – und den Schlüsselbegriffen seiner Kanzlerschaft wie «Zeitenwende» und «Doppelwumms» verbunden.

Wahlkreis 61: Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II

Olaf Scholz vertritt den Wahlkreis 61 im südwestlichen Brandenburg. Der Wahlkreis umfasst die Landeshauptstadt Potsdam sowie Teile der Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Es handelt sich um einen der wenigen ostdeutschen Wahlkreise, die traditionell von der SPD gewonnen werden. Scholz gewann hier bei der Bundestagswahl 2025 erneut das Direktmandat mit der Erststimme.

Reichstagsgebäude in Berlin – Sitz des Deutschen Bundestages
Das Reichstagsgebäude in Berlin – Sitz des Deutschen Bundestages.
MerkmalDetails
NameOlaf Scholz
ParteiSPD
FunktionMdB, ehemaliger Bundeskanzler (2021–2025)
Wahlkreis61 – Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II
MandatsartDirektmandat (Erststimme)
Geburtsjahr1958
GeburtsortOsnabrück, Niedersachsen
StudiumRechtswissenschaften
BerufRechtsanwalt
SPD-Mitglied seit1975
Bürgermeister Hamburg2011–2018
Bundesfinanzminister2018–2021
Bundeskanzler2021–2025
BTW 2025 Ergebnis SPD~16,4 %

Transparenz und weiterführende Informationen

Alle Abgeordneten sind verpflichtet, Nebentätigkeiten und Nebeneinkünfte offenzulegen. Das vollständige Profil von Olaf Scholz mit Abstimmungsverhalten und allen gemeldeten Tätigkeiten finden Sie auf abgeordnetenwatch.de.

Erfahren Sie mehr über die SPD, alle SPD-Abgeordneten im Bundestag oder stöbern Sie in unserer Übersicht aller Bundestagsabgeordneten.

2023: SPD-Mitgliedervotum – 2018 stimmten 66 Prozent fuer die Grosse Koalition

Im Februar 2018 stimmten 463.723 SPD-Mitglieder (66 Prozent Ja, 34 Prozent Nein) für den Eintritt in die dritte Große Koalition mit der CDU/CSU. Es war das erste Mal in der SPD-Geschichte, dass alle Mitglieder ueber einen Koalitionsvertrag abstimmten. Der Jusos-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert hatte intensiv Nein-Kampagne gemacht. Die Koalition trat in Kraft; Kühnert wurde später Generalsekretär der SPD. Das Verfahren ist das größte innerparteiliche Mitgliedervotum in der deutschen Parteiengeschichte.

Häufige Fragen

Ist Olaf Scholz noch Bundeskanzler?

Nein. Olaf Scholz war Bundeskanzler von Dezember 2021 bis Februar 2025. Nach der Bundestagswahl 2025 wurde Friedrich Merz (CDU) zum neuen Bundeskanzler gewählt. Scholz ist seitdem einfacher Bundestagsabgeordneter für die SPD.

Warum ist die Ampelkoalition gescheitert?

Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zerbrach im November 2024 an unlösbaren Differenzen in der Haushalts- und Wirtschaftspolitik. Scholz entließ Finanzminister Christian Lindner (FDP), woraufhin die FDP die Koalition verließ und eine Neuwahl im Februar 2025 folgte.

Welchen Wahlkreis vertritt Olaf Scholz?

Olaf Scholz vertritt den Wahlkreis 61 – Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II. Er gewann das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2025.

Was bedeutet der Begriff «Scholzomat»?

Der Spitzname «Scholzomat» beschreibt Olaf Scholz' betont sachlichen, nüchternen Kommunikationsstil. Medien prägten den Begriff wegen seiner Tendenz, Fragen mit gleichbleibend ruhigen, oft formelhaften Antworten zu beantworten.

Welche wichtigen Ämter hatte Olaf Scholz vor der Kanzlerschaft?

Scholz war unter anderem Juso-Bundesvorsitzender, Hamburger Innensenator, Bundesarbeitsminister unter Angela Merkel, Erster Bürgermeister von Hamburg (2011–2018) und Bundesfinanzminister (2018–2021).

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Putin kündigt Feuerpause zum orthodoxen Osterfest anFAZ Politik Liveblog USA unter TrumP: Melania Trump weist Verbindung zu Epstein zurückWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinFAZ Politik Waffenstillstand: Ist China der Sieger des Irankrieges?Welt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Welt Politik „Situation wie vorher, nur mit einer besseren Position für Iran“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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