Neue Version verfügbar
Jörg Meuthen – Ehemaliger AfD-Vorsitzender

Jörg Meuthen – Ehemaliger AfD-Chef, Europaabgeordneter, Parteiaustritt 2022

Steckbrief: Jörg Meuthen

  • Partei: ehemals AfD (2013–2022, ausgetreten)
  • Geburtsjahr: 1961, Bonn
  • Beruf: Volkswirt (Professor, Hochschule Kehl)
  • Mandat: keines (Austritt aus AfD Jan. 2022)
  • Frühere Ämter: AfD-Bundesvorsitzender (2015–2022), MdEP (2019–2022), MdL Baden-Württemberg (2016–2021)

Jörg Meuthen war über Jahre einer der prominentesten Köpfe der AfD. Der promovierte Volkswirt aus Nordrhein-Westfalen, der als Professor in Baden-Württemberg lehrte, war von 2015 bis 2022 Bundesvorsitzender der Partei – und gehörte damit zu den Architekten des AfD-Aufstiegs zur drittstarksten oder zweitstarksten Kraft im Bundestag.

Aufstieg in der AfD: Der wirtschaftsliberale Flügel

Meuthen repräsentierte innerhalb der AfD den wirtschaftsliberalen Flügel: Er trat für weniger Staatseingri ffe, niedrigere Steuern und einen Euro-Austritt Deutschlands ein. In den frühen Jahren der Partei galt er als gemäßigt – zumindest im Vergleich zu den späteren nationalistischen Stromüngen unter Björn Höcke.

Als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 führte er die AfD erstmals in den dortigen Landtag. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Europäischen Parlaments. Der Doppelmandatsübernahme zum Trotz galt er als einer der aktiveren AfD-Politiker auf Bundes- und Europaebene.

Politischer Betrieb in Berlin
Zwischen Bundespartei und Europäischem Parlament: Meuthen war jahrelang das Gesicht der AfD.

Interner Machtkampf und Austritt

In den Jahren 2020 bis 2022 eskalierte der Konflikt zwischen dem wirtschaftsliberalen Lager um Meuthen und dem nationalpopulistischen Flügel um Björn Höcke. Meuthen versuchte, den sogenannten „Flügel“ aus der Partei zu drängen – scheiterte damit aber. Auf dem Parteitag im Dezember 2021 verlor er seinen Vorsitz. Im Januar 2022 erklärte er seinen Austritt aus der AfD.

In seinem Austrittsstatement nannte er explizit den radikalen Kurs der Partei als Grund. Er kritisierte, dass die AfD sich zu einer Partei entwickelt habe, die demokratische Institutionen verachtete und eine Mentalität fördere, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sei – eine bemerkenswerte Selbstkritik für jemanden, der die Partei jahrelang geführt hatte.

StationZeitraumFunktion
AfD2013–2022Parteimitglied, ab 2015 Bundesvorsitzender
BW-Landtag2016–2021MdL
Europäisches Parlament2019–2022MdEP (AfD)
ParteiaustrittJan. 2022Austritt aus der AfD, Ende aller Mandate

Aktueller Status: Rückzug aus der aktiven Politik

Seit seinem Austritt aus der AfD im Januar 2022 ist Meuthen politisch nicht mehr aktiv. Er lehrt nicht mehr öffentlichkeitswirksam und hat sich aus dem politischen Tagesgeschehen weitgehend zurückgezogen. Gelegentlich äußert er sich in Interviews zur Entwicklung der AfD – meist kritisch.

Sein politisches Erbe ist ambivalent: Als AfD-Chef trug er maßgeblich zum Aufstieg einer Partei bei, die inzwischen vom Verfassungsschutz als gesicherter Rechtsextremist eingestuft wird. Zugleich steht sein Austritt für das Scheitern eines Versuchs, die Partei in eine andere Richtung zu lenken.

Häufige Fragen

Warum trat Jörg Meuthen aus der AfD aus?

Jörg Meuthen erklärte im Januar 2022 seinen Austritt aus der AfD. Als Begründung nannte er, dass die Partei einen zunehmend radikalen Kurs eingeschlagen habe, der mit seinen Wertvorstellungen nicht mehr vereinbar sei.

Welche Position hatte Jörg Meuthen in der AfD?

Jörg Meuthen war von 2015 bis 2022 einer der beiden Bundesvorsitzenden der AfD. Er war zudem von 2019 bis 2022 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Was macht Jörg Meuthen nach dem AfD-Austritt?

Nach seinem Austritt aus der AfD ist Meuthen politisch nicht mehr aktiv. Er hat sich aus dem politischen Tagesgeschehen weitgehend zurückgezogen.

Was war Jörg Meuthens Hintergrund vor der AfD?

Jörg Meuthen ist promovierter Volkswirt und war Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Kehl. Er galt als wirtschaftsliberaler Repräsentant innerhalb der AfD.

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Putin kündigt Feuerpause zum orthodoxen Osterfest anFAZ Politik Liveblog USA unter TrumP: Melania Trump weist Verbindung zu Epstein zurückWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinFAZ Politik Waffenstillstand: Ist China der Sieger des Irankrieges?Welt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Welt Politik „Situation wie vorher, nur mit einer besseren Position für Iran“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
Bundestagwahlumfrage als App installieren

Wahlumfrage-Benachrichtigungen

Sofort informiert bei neuen Umfragen — direkt im Browser, kein Spam.

Mehr erfahren →