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Cem Oezdemir — Portrait

Cem Özdemir – Ministerpräsident Baden-Württemberg (Grüne, seit 2026)

Steckbrief: Cem Özdemir

  • Partei: Bündnis 90/Die Grünen
  • Geburtsjahr: 1965, Bad Urach (BW)
  • Beruf: Sozialpädagoge
  • MdB: mehrfach, zuletzt 2021–2025
  • Frühere Ämter: Bundeslandwirtschaftsminister (2021–2025), Grünen-Bundesvorsitzender (2008–2013 und 2013–2018)
  • Aktuell: Ministerpräsident von Baden-Württemberg (seit Frühjahr 2026, Schwarz-Grün II)

Cem Özdemir ist ein Grünen-Urgestein und eine der bekanntesten Migrationsgeschichten der deutschen Politik. Der 1965 in Bad Urach geborene Sohn türkischer Einwanderer zog 1994 erstmals als erster Bundestagsabgeordneter türkischer Herkunft in den Bundestag ein – ein historisches Symbol für die veränderte Einwanderungsgesellschaft Deutschlands.

Politischer Pionier und zweifacher Parteivorsitzender

Özdemir prägte die Grünen über Jahrzehnte. Zweimal stand er an der Parteispitze: von 2008 bis 2013 gemeinsam mit Claudia Roth, und von 2013 bis 2018 mit Simone Peter. In seiner zweiten Amtszeit führte er die Grünen durch eine Phase, in der die Partei nach dem Absturz von 2013 wieder zu alter Stärke fand. Sein Markenzeichen: eine Integrationspolitik, die auf Fordern und Fördern setzt, und eine klare Positionierung gegen den politischen Islam.

Özdemir ist bekannt dafür, auch innerhalb seiner eigenen Partei Positionen zu vertreten, die nicht immer mehrheitsfähig sind. So sprach er sich für eine konsequentere Abschiebepolitik aus und setzte sich für eine klare Benennung des kurdisch-türkischen Konflikts ein.

Politische Veranstaltung der Grünen
Grünen-Politik zwischen Ernährungswende und Integrationsdebatte.

Landwirtschaftsminister: Ernährungswende im Gegenwind

In der Ampelkoalition übernahm Özdemir das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021–2025). Er wollte die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten: weniger Pestizide, bessere Tierhaltungsstandards, Umbau der Subventionsstruktur. Sein Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wurde zwar verabschiedet, blieb jedoch hinter den ursprünglichen Ambitionen zurück – auch wegen des harten Widerstands der Agrarlobb y und der Koalitionspartner.

Zudem geriet er 2023/24 durch die Bauernproteste unter Druck. Sein Ringen um die Abschaffung der Agrardiesel-Subventionen wurde zum Symbol einer Koalition, die bei schwierigen Kompromissen kämpfte.

StationZeitraumFunktion
Bundestag1994–2009MdB, erster Abgeordneter türkischer Herkunft
Grünen-Bundesvorstand2008–2018Bundesvorsitzender (2×)
Bundestag2013–2025MdB
Bundesregierung2021–2025Bundeslandwirtschaftsminister
BW-Politikab 2025Kandidat, potenzieller Ministerpräsidentenkandidat

Aktuell: Ministerpräsident Baden-Württembergs

Nach dem Ende der Ampelkoalition kehrte Özdemir in die Landespolitik zurück. Bei der Landtagswahl März 2026 führte er die Grünen mit 30,2 Prozent zur stärksten Kraft in Baden-Württemberg — knapp vor der CDU (29,7 %). Seit Frühjahr 2026 ist er Ministerpräsident des Landes und führt eine Koalition mit der CDU (Schwarz-Grün II).

Häufige Fragen

Was hat Cem Özdemir als Landwirtschaftsminister erreicht?

Als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft trieb Özdemir die Ernährungswende voran, setzte sich für Tierwohl-Standards ein und verabschiedete ein Tierhaltungskennzeichnungsgesetz – wenn auch mit Abstrichen gegenüber seinen ursprünglichen Plänen.

Wie oft war Cem Özdemir Grünen-Vorsitzender?

Cem Özdemir war zweimal Bundesvorsitzender der Grünen: von 2008 bis 2013 gemeinsam mit Claudia Roth, und von 2013 bis 2018 gemeinsam mit Simone Peter.

Ist Cem Özdemir Ministerpräsident von Baden-Württemberg?

Ja. Özdemir ist seit Frühjahr 2026 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Die Grünen gewannen die Landtagswahl März 2026 mit 30,2 % als stärkste Kraft vor der CDU. Er löste Winfried Kretschmann ab und führt Schwarz-Grün II.

Woher stammt Cem Özdemir?

Cem Özdemir wurde 1965 in Bad Urach (Baden-Württemberg) als Sohn türkischer Einwanderer geboren. Er ist der erste Bundestagsabgeordnete türkischer Herkunft in der deutschen Geschichte.

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SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Nach der Wahl in Ungarn: Péter Magyar steht vor riesigen HerausforderungenWelt Politik Schülerinnen sollen in früherem KZ-Krematorium Hitlergruß gezeigt habenWelt Politik „Komplizenschaft“ durch Zusammenarbeit – Düsseldorfer Studentenparlament fordert Israel-BoykottFAZ Politik Liveblog USA unter Trump: Trump: Könnten als Nächstes in Kuba „vorbeischauen“Spiegel Politik Krankenkassenchef über Gesundheitssystem: ��Extrem teuer, aber maximal durchschnittlich«FAZ Politik Nach der Wahlniederlage: Orbáns Netzwerk auf dem Balkan ist angezähltWelt Politik Trump distanziert sich von Selbstbildnis als Jesus – „Ich dachte, es zeige mich als Arzt“Tagesschau Spritpreis-Paket der Koalition: Ist das der Start in ein Reformjahr?Spiegel Politik AfD: Rüdiger Lucassen zum Rückzug gedrängtTagesschau Verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion zurückgetretenTagesschau "Soziale Schieflage": Deutliche Kritik an Entlastungsplänen der KoalitionSpiegel Politik Friedrich Merz und Katherina Reiche: Machtkampf in der Energiepreis-Krise

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